Geschichte: Das FEZ-Berlin – heute und damals

Fez machen – das können Kinder und Jugendliche hier nun seit 40 Jahren. Die Redensart stammt von dem französischen Wort fêtes (Fest) ab und bedeutet so viel wie Spaß haben.
Das FEZ-Berlin ist die grüne Insel für Kinder und Familien in der Großstadt, mit vielfältigen kulturellen Angeboten und Freiräumen, die Abenteuer, erlebnisorientiertes Lernen und dabei – wie der Name schon sagt - vor allem Spaß bieten.
Das FEZ-Berlin versteht sich als Bildungseinrichtung. Denn Lernen und Spaß haben schließen sich hier nicht aus. Im Gegenteil!
Lesen Sie hier, was das FEZ-Berlin ausmacht und wie es zu dem wurde, was es heute ist.

Wie alles begann

Die Wuhlheide ist ein städtisches Wald- und Parkgebiet im Stadtteil Oberschöneweide in Berlin. Von 1919 bis 1932 wurde hier der Volkspark Wuhlheide nach Plänen des Landschaftsarchitekten Ernst Harrich errichtet. Es sollte ein “Waldpark” mit naturnahen Laubwaldgebieten entstehen, der den Stadtbewohnern Erholung bot. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Park teilweise zerstört.

In der DDR

1979 eröffnete kurz vor dem 30. Jahrestag der DDR der Pionierpalast “Ernst Thälmann” in der Wuhlheide. Gebaut wurde das Gebäude nach Plänen des Architekten Günter Stahn. Es enthielt Veranstaltungsräume, 60 Räume für Arbeitsgemeinschaften, ein Restaurant, ein Theater, ein Kino, ein Konzertsaal, eine Sporthalle, das Kosmonautenzentrum und ein Schwimmbad.
Hier konnten die Kinder einerseits Angebote wie Musizieren, Experimentieren, Tanzen oder Malen wahrnehmen, sollten aber auch aktiv am gesellschaftlichen Leben der Pionierorganisation und dem kommunistischen Jugendverband FDJ (Freie Deutsche Jugend) teilnehmen.
Der Pionierpalast galt in der DDR als zentrale außerschulische Einrichtung. Das Konzept schrieb vor, dass sich die Angebote und Tätigkeiten der Mitarbeitenden an den Zielen und Aufgaben der kommunistischen Erziehung orientieren sollten, wie sie im Programm der SED verankert waren.
Der neugebaute Pionierpalast war eine der größten Anlagen seiner Art in der DDR. Die Pionierorganisation “Ernst Thälmann” war eine politische Organisation für Kinder, der in der DDR fast alle Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 7. Klasse angehörten.

Nach der Wende

Mit der Wiedervereinigung stand auch der Pionierpalast als kommunistisches Freizeitzentrum vor einer ungewissen Zukunft. In der Bundesrepublik Deutschland herrschte ein völlig anderes Verständnis von Jugendarbeit und Erziehung als in der DDR. Außerdem mussten die Finanzierung und Zuständigkeiten neu geklärt werden.
So wurden bereits Mitte November 1989 alle Angebote mit politischem Inhalt aus dem Programm genommen und die Einrichtung wurde an das Bildungsministerium der BRD übertragen. Dieses gab die Trägerschaft Ende 1990 an die Senatsverwaltung für Jugend und Familie ab. Federführend unter dem damaligen Jugendsenator Thomas Krüger erhielt das Haus eine neue Struktur und Finanzierung. 1990 bekam der ehemalige Pionierpalast ein neues Konzept und wurde umbenannt in FEZ – im Sinne von "da ist was los" fez machen, Spaß haben – da kann man was erleben.
Das FEZ musste sich neu erfinden, dieser große Schritt gelang unter anderem durch eine Öffnung der Einrichtung für alle Kinder und Jugendliche, die Konzentration auf Freizeitangebote und den Austausch mit Westberliner Freizeiteinrichtungen.

Lutz-Stephan Mannkopf, Geschäftsführer des FEZ-Berlin von 1995 bis 2014 und seit 1990 in der Projektgruppe für die Erstellung eines Nutzungskonzeptes für das FEZ, gelang es, die Einrichtung als beliebten Freizeitort für Kinder und Familien, aber auch für Jugendliche zu erhalten und weiterzuentwickeln. Inhaltlich hielten die Verantwortlichen an der künstlerisch kulturellen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fest. Als neuen Schwerpunkt definierten sie außerdem die Wochenendgestaltung mit Familien.
Die Ziele und Aufgaben im neuen Konzept des FEZ berufen sich auf das Kinder- und Jugendhilfegesetz: Junge Menschen sind in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu fördern. Es soll dazu beigetragen werden, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen sowie Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung zu beraten und zu unterstützen.
Demnach sollen die Angebote des FEZ junge Menschen dazu befähigen, sich vor gefährdenden Einflüssen zu schützen, kritikfähig und entscheidungsfähig zu sein, eigenverantwortlich handeln zu können und Verantwortung gegenüber anderen Menschen zu übernehmen. Dabei möchte das FEZ-Berlin aber auch die Familienfreizeit und -erholung fördern.  
Seit 1995 bilden das FEZ-Berlin, Kinder-, Jugend- und Familienzentrum und die Landesmusikakademie Berlin gemeinsam die KJfz-L-gBmbH als hundertprozentige Tochter des Landes Berlin.

In der heutigen Zeit

Das FEZ-Berlin entwickelt sich ständig weiter: Seit 2011 wird das gesamte Gebäude nachhaltig saniert und mit einem ökologischen Energiekonzept ausgestattet. So sorgen zum Beispiel Solarzellen auf dem Dach des Gebäudes für grünen Strom.

Auch inhaltlich fokussiert sich das FEZ auf die Bereiche nachhaltige Entwicklung und Diversität, sowie digitale und analoge Kulturtechniken. Angebote zu Umweltbewusstsein, Globalisierung und gesunder Ernährung sind hier genauso wichtig wie Veranstaltungen zu Europa und der Welt. Dabei orientieren sich die pädagogischen Fachkräfte des FEZ an den Themen der Zeit und reagieren auf gesellschaftliche Entwicklungen, wie den Klimawandel oder die so genannte Flüchtlingskrise.

Das FEZ-Berlin ist heute das größte gemeinnützige Freizeitzentrum für Kinder, Jugendliche und Familien in Europa. An 50 Wochenenden im Jahr finden hier Großveranstaltungen zu bestimmten Themen statt wie fezMACHEN!, das Theaterfestival oder das große Kindertagsfestival.

Auch in den Schulferien finden im FEZ Veranstaltungen und Projekte wie die Spielstadt FEZitty oder PHÄNOMENIEN statt. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des FEZ sind die Bildungsangebote und Kooperationen mit Schulen: Projekttage zu den unterschiedlichsten Themen mit einzelnen Klassen, ganzen Jahrgängen oder der gesamten Schule.

Im FEZ-Gebäude sind 20 Vereine wie der Tanzverein 'pas de trois' oder die Jugendtechnikschule tätig, die nachmittags Angebote für Kinder und Jugendliche anbieten. Zum Dach des FEZ-Berlin gehören außerdem: die Landesmusikakademie Berlin, das Orbitall Raumfahrtszentrum, das Alice – Museum für Kinder, die Astrid-Lindgren Bühne,das Kinderkino FEZino, das Schwimmbad und der Badesee.